Die Beratungsbranche hat sich in den letzten Jahren zu einem äußerst attraktiven Arbeitsumfeld für High Potentials entwickelt. Seit kurzem bringen auch wir Stipendiaten der Studienförderung uns in kleineren Projekten als Consultants bei AIRBUS ein. Abgesteckte Aufgabenstellungen können so an uns Stips übergeben werden, die wir dann autonom und in dem vorgegebenen Zeitraum bewerkstelligen. Dabei werden Lösungsvorschläge erarbeitet oder bereits gefundene Lösungen in die Praxis umgesetzt.
Die Idee baut prinzipiell auf die jährlich im Herbst stattfindenden Technologie-Workshops auf, bei denen wir in kleineren Gruppen direkt in eine AIRBUS-Abteilung integriert werden. Während des Seminarzeitraums von drei Tagen wird an einer konkreten Problemstellung gefeilt: wir eignen uns das nötige Hintergrundwissen an, erarbeiten einen Umsetzungsvorschlag und stellen diesen abschließend vor. Die Frage, wie man innerhalb von drei Tagen ein Projekt bearbeiten kann, ist durchaus berechtigt. Jedoch bringt gerade die kurze Dauer der Projekte den größten Vorteil mit sich: die Sichtweise der Stipendiaten von außen erlaubt eine objektive, unvoreingenommene und effiziente Behandlung der Problemstellung. Gerade in festgefahrenen Projekten ist der "unbeschwerte Blick von außen" oftmals der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Uns Stipendiaten wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, neben der interessanten und kreativen Arbeit an aktuellen Problemstellungen in sukzessiver Weise unterschiedliche Abteilungen bei AIRBUS kennenzulernen und so einen fundierten Überblick über die verschiedenen Etappen im Produktentstehungsprozess des Flugzeugs zu gewinnen. AIRBUS hingegen profitiert vom hoch motivierten Nachwuchs, der sich gerne im Unternehmen einbringen will und sich zudem Problemstellungen widmen kann, für die aufgrund von operationellen Engpässen im normalen Tagesgeschäft unter Umständen gar keine Ressourcen zur Verfügung stünden. Der sehr diversifizierte Studienhintergrund der Stipendiaten – von Ingenieur- bis Wirtschaftswissenschaften, teilweise mit vorheriger Berufsausbildung bei AIRBUS – bringt eine breite Wissensbasis hervor, so dass Projekte jeglicher Art und aus allen Fachbereichen abgedeckt werden können.
In bisherigen Kurzprojekten wurden von uns beispielsweise Konzepte zum Schutz von CFK-Bodenplatten erarbeitet oder ein Markierungssystem eingeführt, um die Malerarbeiten im Bereich Single Aisle besser in den Fertigungsprozess zu integrieren. Die durchweg positive Resonanz der bisher beteiligten AIRBUS-Abteilungen scheint die Idee zu bestätigen, das Stip-Consulting auch über die Technologie-Seminare hinaus auszuweiten. Ab August 2009 kommt es nun zur ersten wirklichen Bewährungsprobe dafür: ein Team aus zwei Stipendiaten wird eine Problemstellung der Qualitätssicherung zur Versetzung von Rumpftonnen übernehmen. Weitere Projekte sind bereits in Planung.
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